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Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V stellt vor :

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V“

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG

Wir haben schon seit 1999 die Bevölkerung regelmäßig über die Ziele und die technischen sowie   politischen Rahmenbedingungen des Biomasseheizkraftwerkes informiert Viele der in letzter Zeit erschienenen Informationsblätter und Zeitungsberichte spiegeln die Meinung besorgter Bürger wieder. Diese Sorgen werden von uns sehr ernst genommen.Leider ist die Wortwahl in vielen der veröffentlichten Texte eher emotional und zielt möglicherweise darauf ab, Ängste und Bedenken in der Bevölkerung zu schüren. Sie sind deshalb wenig geeignet, die Öffentlichkeit über die sächlichen Fakten zu informieren. Im nachfolgenden Text werden die verwendeten Argumente aufgegriffen und sachlich kommentiert. Ziel unserer Stellungnahme ist es, in der teilweise sehr emotionalen Argumentationsweise, die belegbaren Tatsachen wieder in den Vordergrund zu stellen und damit die Diskussion zu versachlichen.

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V“

Es ist heutzutage Mode, die Gegenseite der Unsachlichkeit zu bezichtigen.
Es ist uns wichtig die Fundstellen der Quellen zu den einzelnen Argumenten zu bezeichnen und fügen den Quellentext als Anlagen bei. Nach unserer Auffassung sind in erster Linie die Anlagenbetreiber in der Pflicht ihre Planung zu rechtfertigen und die Quellen für die ihrerseits unbelegt aufgestellten Aussagen nachzuweisen.

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V“

1. Die Offenlegung des Genehmigungsantrages für die Bürger lag in der Sommerurlaubszeit.
   
Zufall oder Strategie?
2. Die umliegenden Gemeinden sind über den Planstand gar nicht oder sehr schlecht informiert.

3. Die Bürger aller betroffenen Gemeinden sind aus diesem Grund ebenfalls gar nicht oder nur sehr 

    schlecht informiert. Deshalb bleibt nur noch wenig Zeit zur Informationseinholung und ggf. zum 

    Einspruch (27. August).

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG

Thema - Antragstellung:xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" />

Wir sind vertraglich zur unmittelbaren Umsetzung des Vorhabens verpflichtet. Nachdem von November 2002 bis März 2003 die entscheidenden Verträge unterschrieben waren, wurde die Planung und die Genehmigung schnellstmöglich in Angriff genommen. Es handelt sich keinesfalls um Zufall, noch weniger um Strategie, sondern um den normalen Ablauf eines Vorhabens zu dessen schnellstmöglicher Umsetzung wir verpflichtet sind. Im übrigen datiert der Antrag vom 2. Juni 2003.

Thema - Informationspolitik:

Die umliegenden Gemeinden waren durch Ihre Vertreter beim Abwasserverband Obere Iller seit Jahren über alle Entwicklungen des Projekts detailliert informiert. Die meisten Versammlungen des Abwasserverbandes waren zudem öffentlich, d.h. alle interessierten Bürger aus dem Verbandsgebiet hatten die Gelegenheit sich direkt zum Sachstand zu informieren.

Des weiteren wurde in der Presse, erstmals ausführlich am 18.06.2001 und danach In zahlreichen Stadtrats- und Bürgerversammlungen (z.B. bereits am 5.12.2001 in Eckarts) mehrfach über das Vorhaben berichtet. Diese Versammlungen wurden in der Presse frühzeitig angekündigt

und standen allen Bürgern offen. Der Verein „Bürgerforum Illerland e.V." selbst hat Anfang Juli 2003 in seiner Homepage sehr positiv über die Bürgerversammlung am 30.06.2003 in Stein zum Thema Biomasse HKW berichtet, Zitat: "Wir finden - ein Abend in äußerst bürgerfreundlichem Stil, der durchaus zur Nachahmung empfohlen werden kann." Die Planungsunterlagen wurden nach gesetzlicher Vorschrift öffentlich, in den von der Regierung von Schwaben bestimmten Gemeinden, zur Einsichtnahme ausgelegt. Eine mangelnde Information von unserer Seite liegt nicht vor. Auch wurden unsere zahlreiche Angebote (zuletzt im Pressebericht vom 16.8.03) zur persönlichen Information von besorgten Bürgern und Mitgliedern der Bürgerinitiativen nicht angenommen.

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V“

Thema - Antragstellung:

Wir bleiben bei unserer Feststellung.

Jeder Bürger kann sich dazu selber seine Meinung bilden

Thema – Informationspolitik:

Die nicht im AOI vertretene Gemeinde Waltenhofen war nicht informiert. Bürgermeister Robert Wegscheider, bestätigte in der Sitzung vom 20.08.2003, dass er in der Vergangenheit in keiner Weise informiert worden ist und erstmalig eine Information am 06.08.2003 erhalten habe (Anlage 1).

Bürgermeister Dr. Kirchmann, Gemeinde Rettenberg, rügte in der Gemeinderatssitzung am 7.7.03, dass die jetzige Planung gegenüber den Vorbesprechungen im AOI wesentlich größer ausfällt  (Anlage 2).

Aus den Einladungen zu den öffentlichen AOI-Sitzungen ist das Biomasseheizkraftwerk als Tagesordnungspunkt nicht ersichtlich. (Anlage 3.1)

Weder im Zeitungsbericht vom 18.6.01 (Anlage 4) noch in der Bürgerversammlung in Eckarts am 5.12.01 wurde über Umfang und Ausmaß der geplanten Anlage detailliert informiert.

Erst in der Bürgerversammlung in Stein am 30.6.03 und in der Allgäuer Zeitung am 11.7.03 (Anlage 5) wurde über das Ausmaß der Anlage von den Betreibern informiert.

In der Öffentlichkeit wird vor allem gerügt, dass sich hinter dem Begriff "Bio" eine Altholzverbrennungsanlage versteckt. Von einem innovativen Pilotprojekt erwartet man eine umfangreiche und frühzeitige Informationspolitik. Genehmigungsunterlagen waren nur während der Auslegungsfrist einsehbar und bewertbar.

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V“

4.Derzeit wird der im Klärwerk Thanners anfallende Klärschlamm

in der Nähe von Leipzig entsorgt. Er dient dort zur Renaturierung von aufgelassenen Braun-

kohletagebauten. In der Vorhabensdarstellung wurde angegeben, dass hierzu keine Alternativen vorlägen. Das ist falsch: Es gibt Alternativen!

Doch sie werden gar nicht oder nur halbherzig untersucht. Die Aktionsgemeinschaft Gesunde Umwelt Illerland e. V. zeigt gerne andere Lösungsvorschläge auf (siehe Alternativen).

5.Beim Abwasserverband Obere Iller (AOI) fallen derzeit pro Jahr ca. 10.000 Tonnen Klärschlamm bei 30% Trockensubstanz (TS), bzw. ca. 3.300 Tonnen Klärschlamm bei 90% TS an.

Beantragt wurden aber jährlich 8.130 Tonnen bei 90% TS. Das sind 150 Prozent mehr, als derzeit bei der Kläranlage Thanners anfallen.

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG

Thema – Klärschlammentsorgung:

Es existieren tatsächlich keine wirtschaftlich und ökologisch sinnvollen Alternativen zu dem nun geplanten Vorhaben. Alternativen wurden in der Vergangenheit intensiv geprüft und mußten nachfolgend aus ökologischen und ökonomischen Gründen alle wieder aufgegeben werden.

Die von der Bürgerinitiative angeführten Beispiele Füssen und Balingen sind ebenfalls nicht geeignet, die anstehenden Probleme der Klärschlammverwertung des AOI zu lösen Vom Umweltbundesamt wurde das Projekt in Füssen zur Pyrotyseöl- {fälschlicherweise als Dieselöl bezeichnet) und Aktivkohleherstellung unter anderem mit folgenden Worten kommentiert, „dass im Fall, dass Erdöl so teuer werde, dass sich dieses Verfahren lohne, die Volkswirtschaft ruiniert sei" (Zitat Bernt Johnke, Umwettbundesamt).

Das Projekt in Balingen ist eine Versuchsanlage, die noch nicht im Regelbetrieb läuft. Zudem ist diese Anlage noch nicht genehmigt und unterliegt ebenfalls den gleichen gesetzlichen Rahmenbedingungen wie das Biomasseheizkraftwerk Illertal. Eine wirtschaftliche Lösung der Klärschlammproblematik ist mit diesem Verfahren ebenfalls nicht gesichert.

Das heißt, beide Verfahren unterliegen ähnlichen gesetzlichen Anforderungen wie der 17. Bundesimmissionsschutzverordnung. Somit sind auch hier keine Vorteile zu erwarten.

Thema – Klärschlammengen:

Es ist richtig, daß diese Mengen beantragt wurden, da im Maximalfall die Anlage 8.500 h betrieben werden kann. Dies ist in der Praxis aber nicht erreichbar. Der Vergaser wird mit dem AOI - Klärschlamm nur ca. 3000 Stunden pro Jahr überhaupt in Betrieb sein. Es werden daher tatsächlich also nur etwa 3300 Tonnen Klärschlamm mit einer Trockensubstanz von 90% eingesetzt. Diese Menge ist vertraglich mit dem AOI vereinbart. Eine Erhöhung ist nur mit Zustimmung der Stadt Immenstadt möglich.

 

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V“

Es stellt eine Täuschung der Öffentlichkeit dar, zu behaupten, es gäbe keine Alternativen zum Biomasse Heizkraftwerk. In der Fachpresse werden laufend Alternativen vorgestellt und diskutiert (Anlage 6).

Es gibt keine zeitliche Begrenzung für die derzeitige Verwendung des Klärschlamms zur Renaturierung von Braunkohletagebaustätten. Die ab 2005 gültige Novellierung der Technischen Anweisungen (TA) Siedlungsabfall betrifft nur die Deponierung von unbehandeltem Klärschlamm.

Diese Tatsache wird bewusst von den Betreibern falsch wiedergegeben, um Ängste zu schüren und Dringlichkeiten vorzugaukeln (Anlage 7_1) u. (Anlage 7_2).

Welche Alternativen zu dem geplanten Vorhaben vom Betreiber geprüft wurden und aus welchen Gründen diese Alternativen verworfen wurden, wird weder mitgeteilt noch belegt.

Im Fall einer thermischen Verwertung des Klärschlamms hätten zumindest Gespräche mit Vertretern der nächstgelegenen Verbrennungsmöglichkeit des ZAK in Kempten stattfinden müssen (Anlage 8) .

Es ist ökonomisch unsinnig eine Anlage mit nahezu dreifacher Kapazität zu planen und diese Kapazitätnicht zu nutzen. Es ist eine Unwahrheit und eine Täuschung der Öffentlichkeit, dass die Betreiber in ihrem Flugblatt behaupten, die Altholzmenge sei wegen eines erhöhten Klärschlammanfalls im Klärwerk erforderlich ( Anlage 32) .

Die Tatsache, dass die Anlage zur Verarbeitung des anfallenden Klärschlamms nur zu etwa einem Drittel ausgelastet ist belegt, dass nicht die Verwertung des Klärschlamms sondern allein die Gewinnung subventionierten Stroms durch Altholzverbrennung beabsichtigt ist.

Bei Ausnutzung der Anlage können weitere 14.391 Tonnen pro Jahr Klärschlamm mit 30% Trockensubstanz von anderen Kläranlagen angeliefert und verarbeitet werden. Dies würde den Mülltourismus bei der Anlage in Thanners erhöhen und nicht verringern.

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V“

6. Zusätzlich sollen unter dem Deckmantel „Bio" jährlich bis zu 68.000 Tonnen Holz aller ! Schadstoffklassen(I bis IV) verbrannt werden.

 

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG
 

Thema - Altholz:

Die aufgeführten Mengen entsprechen den im Genehmigungsantrag beantragten Mengen. Diese stellen die Maximalmengen bei erfahrungsgemäß nicht erreichbaren 8500 Betriebsstunden, bei maximalen Einsatzmengen, bei ungünstigstem Wassergehalt und ungünstigstem Heizwert dar. Die Erwartungswerte für den Mengenanfall im Nennbetrieb liegen jedoch weit darunter.

Die Schadstoffklassen sind in der Altholzverordnung eindeutig geregelt. Die energetische Nutzung von Altholz als Biomasse ist mit Blick auf den Klimaschutz politisch eindeutig gewünscht und im Gesetz zum Vorrang der emeuerbaren Energien und der Biomasseverordnung festgeschrieben.

Zum Schutz der Umwelt werden Biomasseverbrennungs-anlagen mit Abgasreinigungsanlagen ausgerüstet, wie sie normalerweise nur für Müllheizkraftwerke gefordert werden. Hausmüll enthält jedoch, auch bei Schwermetallen, wesentlich höhere Schadstoffmengen Eine Beeinträchtigung der Umwelt durch die Anlage kann daher nicht auftreten.

 

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V

 

Thema – Altholz:

Auch hier stellt sich wieder eine schleichende Erhöhung der Brennstoffmengen ein. Der Stadt Immenstadt wurdenca.48.000 Tonnen/Jahr Holz genannt; beantragt wurden ca. 30 % mehr.

Grundsätzlich ist es richtig, dass eine energetische Nutzung von Altholz aus Biomasse politisch gewollt und ökologisch sinnvoll ist. In Thanners wird „grüner Strom“ aber aufgrund der Transportwege des Brennmaterials zu einem ökologisch unsinnigen Strom gemacht! Die Verbrennungsanlage eines Heizwerks läuft erfahrungsgemäß im Dauerbetrieb ohne Unterbrechung. Dies ist auch nach den Genehmigungsunterlagen beabsichtigt. Die beantragten 8.500 Betriebsstunden beinhalten bereits pro Jahr 11 Tage (260 h) an denen das Werk abgeschaltet ist.

Altholz, insbesondere Altholz der Schadensklasse A IV, ist vom Schadstoffgehalt mit den Schadstoffen im Hausmüll durchaus vergleichbar ( Anlage 22_122_2 + 22_3 + 22_4 + 22_5 + 22_6) . Es ist ein überwachungsbedürftiger Sonderabfall.

Es ist nicht auszuschließen, dass mangels hinreichender Kontrollmechanismen auch giftigere Holzabfälle verbrannt werden. Dies gilt insbesondere, da die Anlieferfirma, die Mehrheit der Betreiberfirma des Heizkraftwerks und die Entsorgungsfirma identisch ist. (Anlage 9a + 9b + 9c)

Selbst nach der Planung und unter Einhaltung der gesetzlichen Höchstmengen an Schadstoffemissionen werden große Mengen an Schadstoffen Jahr für Jahr in der Umgebung der Anlage niedergehen (Anlage 30_a + 30_b) . Insbesondere bei den krebserregenden Stoffen gibt es keinen unteren Schwellenwert der unbeachtlich wäre. Dies gilt umso mehr, als es sich bei diesen Stoffen um bioakkumulierende Stoffe handelt ( Anlage 29).

Voruntersuchungen zur Ermittlung vorhandener Schadstoffbelastung wurden nicht durchgeführt, so dass der Nachweis der Schadstoffeinbringung durch das Heizkraftwerk nicht geführt werden kann.

Es schafft auch kein Vertrauen, dass ausweislich der Genehmigungsunterlagen die Befreiung kontinuierlicher Schadstoffmessungen von mehreren Schadstoffen beantragt wurde ( Anlage 25).

Die Schadstoffproblematik ist uns Betroffenen sehr wichtig. Dies gilt nicht nur für den geplanten Regelbetrieb sondern auch für etwaige Störfälle. Es werden in der Anlage Altholz und andere wassergefährdende Stoffe gelagert, obwohl die Anlage an problematischer Stelle in einem hochwasser-gefährdeten Retentionsgebiet geplant ist ( Anlage 31_1 + Anlage 31_2 ). Problematisch sehen wir auch die Situation im Fall eines Brandes, da die Anlage aus Mangel an vorhandener Fläche auf engstem Raum gebaut werden muss. Beispiele aus der Vergangenheit belegen, dass derartige Störfälle nicht auszuschließen sind. Auch dies ist ein Problem des Standortes ( Anlage 33_1 + 33_2 + 33_3 + 33_4)

 

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V“

 

7. Diese Holzmenge kann jährlich um bis zu 11.300 Tonnen Wald- und Holzhackschnitzel ersetzt werden - laut Antragsunterlagen allerdings nur „sofern vorhanden".

Unternehmerisches Ziel aber wird sein, so wenig Wald- und Holzhackschnitzel als möglich einzusetzen. Hackschnitzel nämlich müssen gekauft werden, während der Betreiber für jede Tonnen Altholz
derzeit € 169,- kassieren kann.

 

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG

Thema - Vergütung von Altholz:

Der Antragsteller ist vertraglich verpflichtet Waldhackschnitzel vorzugsweise aus dem Altkreis Sonthofen einzusetzen um die regionale Land- und Forstwirtschaft zu unterstützen.

Es ist absolut falsch bzw. entspricht nicht den Marktbedingungen, daß für die Altholzentsorgung „kassiert" werden kann. Das Gegenteil trifft zu: Das Altholz ist ein wertvoller Brennstoff, für den wir pro Tonne etwa 5 bis 15 € bezahlen müssen. Dies ist für das Jahr 2003 der übliche Marktpreis.

 

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V

 

Die Zulieferfirma für das Altholz, die Firma Geiger GmbH, und die Mehrheit der Betreiberfirma der Anlage, die Firma Geiger GmbH, sind wirtschaftlich identisch. Ausweislich der Preisliste der Firma Geiger GmbH verlangt diese für die Entsorgung schadstoffbelasteter Althölzer bis zu € 169,00 pro Tonne. Je höher die Schadstoffklasse des verbrannten Altholzes ist, desto höher ist die Gewinnspanne. (Anlage 10)

Es verwundert daher nicht, dass in der Anlage überwiegend Altholz verbrannt werden soll und sich der Betreiber die Option der Verbrennung von Altholz der Schadstoffklasse A IV ohne Mengenbeschränkung vorbehält. Dies erklärt auch, dass im Verlauf der Planung der Anteil der zur Verbrennung geplanten Hackschnitzel immer geringer wurde. In der Veröffentlichung vom 18.6.01 (Anlage 4) waren es 20 Prozent Waldhackschnitzel, in den Genehmigungs-unterlagen bis zu 16,5 Prozent "soweit vorhanden" (Anlage 26) und in der Veröffentlichung der Allgäuer Zeitung vom 11.7.03 (Anlage 5) nur noch 9.280 t pro Jahr (13,6 Prozent). Die Biomasse Waldhackschnitzel ist teurer und brennt schlechter als hochbelastetes Altholz. Eine vertragliche Verpflichtung zum Einsatz von Waldhackschnitzeln geht aus den Antragsunterlagen nicht hervor.

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V“

 

8. Somit macht der Klärschlamm, welcher der ganzen Anlage den Status Pilotprojekt und damit die staatliche Förderung von ca. Euro 6 Millionen beschert, nur etwa 4,4% vom maximal möglichen Brennstoff-volumen aus. Der Rest, also gut 95 Prozent oder anders gerechnet, die 20fache Menge, besteht aus Altholz aller Schadstoffklassen.

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG

Thema - Förderung:

Es ist unwahr, daß die Klärschlammverwertung das einzige Kriterium für die Förderung war und ist. Vielmehr ist das gleichzeitige Auftreten vieler ökologischer Vorteile in einem einzigen Vorhaben Gegenstand der Förderung gewesen. Der Abwasserverband hat in der Vergangenheit Studien in Auftrag gegeben aus denen hervorgeht, daß für eine wirtschaftliche Klärschlammverwertung Altholz eingesetzt werden muß. Es ist auch ökologisch sinnvoll und auch im Kreislaufwirtschaftsgesetz gefordert, daß stofflich nicht nutzbare Reststoffe (Klärschlamm, Altholz) energetisch zu nutzen sind.

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V


Wir sind grundsätzlich für die Intensivierung vongrünem Strom. Hierbei soll die energetische Nutzung aber auf alle Fälle seinem Namen Rechnung tragen und ökologischen und kaufmännischen Gesichtspunkten gerecht werden.Die Verwertung des aus den Klärschlamm gewonnenen Synthesegas ist nach Angaben der Betreiber nur ein untergeordnetes Subventionskriterium.

Einen förderungswürdigen ökologischen Sinn können wir in der Anlage nicht erkennen.

Lt. „Monitoring zur Biomasseverordnung (eine vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebene wissenschaftliche Untersuchung) muss die Anlage in Thanners Altholz verbrennen, das im näheren und weiteren Umkreis (Bayern und Baden-Württemberg) nicht verfügbar sein wird (Anlage 11).

Dies führt zu einem ökologisch schädlichen Mülltourismus.

Weil das „Heiz“-Kraftwerk auf der grünen Wiese geplant wurde, gibt es keinen Abnehmer für die Wärmeenergie, es gibt auch kein Fernwärmenetz. Energie, die nach Angaben der Betreiber in der Allgäuer Zeitung vom 11.7.03 für 6000 Vier-Personen Haushalte genügen würde (Anlage 5), bleibt ungenutzt. Von den Betreibern genannte Studien wonach Altholz eingesetzt werden muss, werden weder benannt noch vorgelegt.

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V“

9. Laut Holz-Zentralblatt Online (Ausgabe vom 30. Oktober 2002) entstehen in Deutschland jährlich rund 3,5 Millionen Tonnen Altholz. Das ergibt umgerechnet pro Kopf jährlich 44 kg.

Bei einer Einwohnerzahl von 288.300 im ZAK-Gebiet (Kreise Lindau, Kempten und Oberallgäu) macht das ca. 12.600 Tonnen aus. Die mögliche Kapazität im bereits bestehenden Holzheizkraftwerk (HHKW) Kempten liegt bei 60.000 Tonnen, also dem 5fachen der zur Verfügung stehenden Holzmenge. Der Bau der geplanten Anlage in Thanners würde zu einer Überkapazität von Faktor 10 ergeben, die einen regelrechten Altholzimport aus weitem Umkreis ins südliche Oberallgäu erzwingen würde.

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG

Thema - Altholzanfall:

Es ist aus einer Vielzahl von Erhebungen bekannt, daß der jährliche Altholzanfall pro Kopf 80 -100 kg beträgt. Hier einbezogen ist auch das Holz aus Abbrucharbeiten, für das Gebiet von 100-120 km Umkreis um unsere Anlage ist somit ein Altholzanfall von 200.000 t pro Jahr zu verzeichnen. Die Firma Geiger verfügt über gesicherte Mengen von rund 35.000 Tonnen Altholz pro Jahr, was derzeit mangels lokaler Verwertungskapazitäten über weite Strecken bis zu anderen Biomasseheizkraftwerk gebracht werden muss. Eine „Überkapazität von Faktor 10" ist somit nicht gegeben. Des weiteren werden im bestehenden Holzheizkraftwerk in Kempten bei weitem keine 60.000 Tonnen pro Jahr wie behauptet sondern etwa 25.000 Tonnen pro Jahr tatsächlich eingesetzt.

  

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V
 

Nicht alles Altholz das anfällt ist nutzbar. Nach einer Erhebung des Bundesumweltamtes vom April 2002 stehen dem Altholzmarkt 4,5 Millionen t/a bundesweit zur Verfügung (Anlage 12). Nach einer neueren Untersuchung der Altholz Zentrale ist dieser Wert nach unten zu korrigieren und dürfte bei 3,5 Millionen t pro Jahr liegen (Anlage13).

Selbst bei einem Altholzanfall von 200.000 t pro Jahr in einem Umkreis von 100 bis 120 km um die Anlage wären aufgrund bereits vorhandener Verbrennungskapazitäten anderer Holzheizkraftwerke (Anlage 14) Überkapazitäten vorhanden. Der Rohstoff Altholz steht nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung. Das Altholz, welches die Firma Geiger von den 38 Wertstoffhöfen des ZAK abholt und schreddert ist nicht Altholz der Firma Geiger sondern Altholz des ZAK und wird im Holzheizkraftwerk Kempten verbrannt. Ein Bezugsnachweis für 35.000 t Altholz pro Jahr ist nicht erbracht.

Das Holzheizkraftwerk Kempten hat eine Kapazität von 48.000 t pro Jahr die erweiterbar ist auf 60.000 t pro Jahr. Es bestehen bereits Überkapazitäten. Hier sind von unserer Seite keine Korrekturen notwendig.

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V“
 

10. Aufgrund des notwendigen Altholzimports und des sehr geringen Anteils an Klärschlamm, der vor Ort erzeugt wird (4,4 %), ist Thanners als Standort für die geplante Verbrennungsanlage schlichtweg falsch! Trotz der hohen Bezuschussung dieses Projektes durch öffentliche Gelder (Invest-Zuschuss von ca. € 6 Millionen, jährliche Stromeinspeisungsvergütung von ca. € 5,7 Millionen), sollten die wirtschaftlichen Interessen der Betreiber nur dort realisiert werden, wo sie auch ökologisch sinnvoll sind. Nur dann kann eine Subventionspolitik auch von der Allgemeinheit getragen werden.

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmBH & CoKG

Thema - Standort:

Es liegt wie dargestellt kein Altholzimport vor. Es werden durch die Verwertung in Seifen sogar die Transportwege in andere Biomasseheizkraftwege verkürzt, der Standort besitzt aus Sicht des Abwasserverbandes den großen Vorteil der Nähe zur Kläranlage. Dies wurde vom Bundesumwettministerium mit der Förderzusage, nach intensiver Prüfung auch so zum Ausdruck gebracht.Die Anlage ist geprüftermaßen ökologisch sinnvoll und dient als Modellvorhaben für eine ökologische, dezentrale Klärschlammverwertung. Der Vorwurf der Subventionspolitik ist schlichtweg falsch, da mit dem vorliegenden Gesetz zum Vorrang erneuerbarer Energien (EEG, wurde von „Bündnis 90/ die Grünen" eingebracht) ein gesellschaftliches Interesse der Bundesrepublik Deutschland verbunden ist, dem Klimawandel aktiv entgegen zu wirken. Schließlich werden durch die Anlage 30.000 to klimawirksames CO2 pro Jahr eingespart. Es wird tatsachlich ein Zuschuß von rund 5,7 Mio. € gewährt. Es ist uns jedoch unverständlich, woher die Stromeinspeisevergütung in Höhe von jährlich *5,7 Mio. € kommen soll. Anhand unserer beabsichtigten Stromproduktion läßt sich nachweisen, daß diese Vergütung tatsächlich erheblich niedriger liegen wird.

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V

Für die Altholzverwertung ist der Standort schlecht gewählt. Das im Landkreis Oberallgäu, Lindau und der Stadt Kempten anfallende Altholz wird in Kempten verbrannt. In Altenstadt bei Schongau entsteht eine Verbrennungsanlage mit einem Altholz Bedarf von 110.000 t pro Jahr. In Ulm geht in den nächsten Wochen eine Anlage mit einem Altholzbedarf von 140.000 t pro Jahr in Betrieb. Die Anlage Thanners macht selbst nach den Kapazitätsberechnungen der Betreiber keinen Sinn. In einer Studie des Bundesumweltministeriums (Anlage 11) wird auf eine Überkapazität in punkto Biomasseheizkraftwerke im ganzen Bundesgebiet, insbesondere in Bayern und Baden Württemberg hingewiesen. Das Bundesumweltministerium hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) angewiesen, den Subventionsbescheid zurückzunehmen (Anlage 20).

Die Berechnung der Stromeinspeisevergütung ergibt sich wie folgt: 8500 Betriebsstunden x 7000 KWh x 9,6 Cent/KWh = 5,71Mio €(Anlage 23).

Für die Restwärmenutzung ist der Standort Thanners wegen fehlender Infrastruktur, z. B. Fernwärmenetz, oder Großabnehmer falsch gewählt. Teile der Abwärme können allenfalls im Winter in die Kläranlage abgegeben werden.Die Kläranlage funktioniert bereits ohne Wärmezufuhr mit einem überdurchschnittlich guten Klärergebnis (Anlage 15).

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V“


11.
Die dargestellte CO2 Bilanz berücksichtigt die Anlieferung des Brennstoffes Holz in einer Grössen-ordnung von 756 Tonnen CO2 Ausstoß. Im Mittel dürfte hierbei der Bezug des Brennstoffes 20 km nicht überschreiten. Dies dürfte aber aufgrund der oben dargestellten Rohstoffknappheit illusorisch sein.

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG

Thema - CO2:

Die CO2- Bilanz wurde gerechnet mit einer mittleren Transportentfernung von 50 km. Bedenken Sie hierbei bitte, daß wir Anlieferungen von Waldhackschnitzel aus dem näheren Umkreis erhalten. Altholz bekommen wir in großem Umfang von der Fa. Geiger, die eine große Aufbereitungsanlage 15 km entfernt in Kempten betreibt.

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V
 

Die Herkunft des Brennmaterials ist mangels Bezugsnachweis nicht geklärt. Die Aufbereitungsanlage der Firma Geiger in 15 km Entfernung ist nicht der Ursprungsort des Altholzes. Die Anlagenbetreiber sind in der Pflicht ihr Zahlenmaterial nicht nur zu behaupten sondern auch prüffähig zu belegen. Auf den Betreiberangaben basierende Nachrechnungen ergeben deutlich höhere CO2-Belastungen.

Als Alternative würde der Transport von getrocknetem Klärschlamm eine Reduzierung von ca. 60% der Fahrkilometer und damit des CO2-Ausstosses ergeben. (Anlage 16)

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V“

12. Die Einsparung von klima-schädigendem CO2 bei der Stromherstellung aus nicht-fossiler Biomasse kann bei einer Ökobilanz nicht herangezogen werden, da diese Einsparung standortunabhängig ist.

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG

Thema - CO2:

Unsere Anlage spart bei der Stromerzeugung gegenüber dem aktuellen Kraftwerk-Mix eine Menge von 30.000 to klimawirksamem CO2 pro Jahr ein, weil dieses CO2 nicht den Gesamtgehalt der Biosphäre erhöht. Damit erfüllen wir eine der Hauptforderungen des sogenannten Kyoto - Protokolls, wonach sich die Bundesregierung verpflichtet hat, die Emission von klimawirksamem CO2 drastisch zu reduzieren. Natürlich wäre dies auch der Fall, wenn unsere Biomasse großflächig verteilt in vielen Einzelöfen verbrannt werden würde. Die Umweltbelastungen durch Luftschadstoffe wäre dann jedoch sehr hoch. Für unseren Kraftwerksbetrieb gilt demnach unsere Bilanz. Dies wurde auch von neutralen Gutachtern beim Umweltbundesamt so bestätigt.

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V
 

Wie bereits dargelegt, ist die Verbrennung von Biomasse für die CO2 –Bilanz standortunabhängig Anlage 22, S. 6)
Altholzverbrennungsanlagen sind dort zu errichten wo der Brennstoff anfällt. Das im Oberallgäu anfallende Brennholz wird in Kempten verbrannt und im Umkreis von 100 bis 120 km gibt es mehrere Heizkraftwerke mit einer höheren Kapazität als 200.000 t pro Jahr, die nach Angaben der Betreiber in dieser Region an Altholz anfallen. Der Brennstoff der geplanten Anlage wird also entweder den bestehenden Anlagen weggenommen oder muss über weite Strecken nach Thanners transportiert werden. Dies spart kein CO2sondern führt zu einem höheren CO2 -Ausstoß.Einen
 überprüfbaren Nachweis für die behauptete positive Ökobilanz belegen die Betreiber nicht.

Das behauptete Gutachten wird nicht vorgelegt

 

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V.“
 

13. Der landschaftspflegerische Begleitplan vom Büro Janich stellt zum Schutzgut „Landschaftsbild" fest: Keine negativen Veränderung, sondern lediglich eine Veränderung des lokalen Landschaftsbildes durch Erweiterung der bestehenden Kläranlage. Vorhandene Sichtbeziehungen werden laut diesem Gutachten nicht gestört.

 

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG
 

Thema - Landschaftspflegerischer Begleitplan:

Das Büro Janisch hat dies in der Tat so festgestellt

 

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V

Die Behauptung, dass das Landschaftsbild durch die Industrieanlage mit einem 30 m hohen Kesselhaus und einem 40 m hohen Schornstein nicht beeinträchtigt wird disqualifiziert den Gutachter und die Qualität des im Genehmigungsverfahren vorgelegten landschaftspflegerischer Begleitplans.

 

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V.“
 

14. Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) zeigt unter „9.3 Auswirkungen auf das Schutzgut Tiere und Pflanzen" auf, daß der „Verlust des Auwaldes im Bereich der Zufahrt und unmittelbar angrenzend (...) einen dauerhaften Verlust von Lebensraum und damit auch starke Beeinträchtigungen für die hier ansässige Fauna" bedeutet. Weiter heißt es in den Antragsunterlagen: „Betroffen hiervon sind insbesondere Insektenvorkommen des Unterwuchses und des Totholzes. Weiterhin ist die Fläche als Nahrungshabitat für einkehrende Tiere verloren (Vögel, Amphibien, Fledermäuse etc.) Aufgrund des vollständigen Funktionsverlustes werden auch diese Beeinträchtigungen als stark bewertet."

 

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG
 

Thema - Auwald:

Wir werden wegen des Ausbaus der Zufahrt einen kleinen Teil des bestehenden Auwaldes (ca. 2.040 m2, das entspricht ungefähr 20% der Größe eines Fußballfeldes) roden müssen. Dafür ist allerdings von uns eine Ausgleichsfläche erworben und bekannt gemacht worden. Diese Ausgleichsfläche, die drei mal so groß ist, wird auf Basis der Planungen des Büros Janisch zum hochwertigen Biotop umgestaltet werden. Wichtig zu wissen ist auch, daß im Zuge der anstehenden Hochwasserfreilegung der Iller durch den Freistaat Bayern leider der größte Teil des Auwalds entlang der Iller entfernt werden muß.

 

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V“
 

Ein Nachweis erworbener Ausgleichsflächen wurde zumindest nach unserer Kenntnis bislang nicht erbracht und nicht veröffentlicht.

Der im Zuge der Altholzverbrennungsanlage zu rodende Auwald fällt allein aufgrund dieser Planung und nicht dem Hochwasserschutz zum Opfer.

Die vom Betreiber erwähnte Hochwasserfreilegung muss zum Schutz der Allgemeinheit durchgeführt werden und dient keinem privatwirtschaftlichen Interesse.

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V.“

15. Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU) zeigt unter „10 Auswirkungen auf das Schutzgut Landschaftsbild" auf 10 Seiten mit Fotobelegen immer nur Bildausschnitte vom Klärwerk und niemals die gesamte Landschaft. Es heißt, die Kläranlage bzw. auch der Standort für die geplante Verbrennungsanlage seien nur von Geländeerhöhungen bzw. aus nächster Entfernung sichtbar. Sprich: Aufgrund der Tallage aus allen Richtungen! Grundsätzlich wird zusammengefasst, daß das Schutzgut Landschaftsbild zwar eine hohe Bedeutung habe, insgesamt aber bereits eine Vorbelastung durch die Kläranlage vorliege. Wir ziehen den Umkehrschluß und fordern diese Vorbelastung vorab einzudämmen, so daß sich auch die Kläranlage beispielsweise durch gedeckte Farbgebung harmonisch ins Gelände einfügt und das Argument des bereits belasteten Land-schaftsbildes damit nicht mehr gilt.

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG

Thema - Lage des Kraftwerkes:

Das Kraftwerk ist auf dem Gelände des AOI, also der Kläranlage geplant. So wie man die Kläranlage von Norden auf der B19 kommend kaum hinter den hohen Bäumen ausmachen kann, ist dies auch beim Kraftwerk der Fall. Aus Richtung Eckarts ist die Anlage allerdings, wie bereits jetzt schon die Kläranlage, deutlich am Horizont zu sehen. Von Richtung Untermaiselstein ist die Anlage wegen der dazwischenliegenden Erhebungen dagegen fast überhaupt nicht zu sehen.

Thema - Farbgebung der Anlage:

Wir werden uns, und das ist eine Forderung der Stadt Immenstadt, dem Farbkonzept des Logistikzentrums und der Fa. Bosch anpassen. Auf die Farbgebung der Kläranlage haben wir keinen Einfluß.

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V.“

Die Industrieanlage und insbesondere der qualmende Schornstein werden kilometerweit aus allen Richtungen erkennbar sein, insbesondere aus Sicht der B 19 neu, die

in etwa 150 m Entfernung - erhöht - an der Anlage vorbeiführen wird.

Die Anlage wird, egal in welcher Farbgebung, das Landschaftsbild verschandeln. Es ist eine hässliche Visitenkarte für die Urlaubsregion Oberallgäu. Der Vorsitzende des Tourismusverbandes MdL Zeller

rügt dies in seinem Einwand gegen das Bauvorhaben vom 27.8.03 zu Recht (Anlage 17), ebenso die Besitzer von namhaften Hotels im Oberallgäu (Anlage 18).

Zur derzeitigen Farbgebung der Kläranlage bestehen wir auf einer Nachbesserung durch das AOI, um diese Bestandsgebäude auch harmonisch in das Landschaftsbild einzubinden.

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V.“

16. die Wetterdaten sind nicht vor Ort aufgenommen, sondern stammen aus einer Wetterstation in Oberstdorf. Diese können unmöglich für das Gebiet Thanners repräsentativ sein. Es ist also nicht geklärt und völlig offen, wo das Immissionsmaximum zu erwarten ist.

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG
 

Thema - Wetterdaten:

Der neutrale Gutachter, das Büro Müller - BBM, benötigt zur Durchführung der Immissionsprognosen verläßliche und statistisch belastbare Daten über die Windstärke, Windrichtung und deren äufigkeiten. Einzelne Messungen dagegen sind statistisch völlig unbrauchbar und spiegeln nur den momentanen Zustand wieder. Der Gutachter hat vom Deutschen Wetterdienst die Station Oberstdorf zugewiesen bekommen, weil für den Raum Thanners eben solche verläßlichen Daten nicht vorliegen. In Oberstdorf werden alle wichtigen meteorologischen Daten bereits seit vielen Jahrzehnten erfaßt. Müller - BBM war sich dieses Umstands bewußt und hat daher eine Wichtung für den Standort Seifen/ Thanners durchgeführt (nachzulesen Seite 6 und 7 des Gutachtens).

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V.“
 

Verlässliche Wetterdaten sind für die Anlage am Standort des Heizkraftwerks zu ermitteln nicht in Oberstdorf. Da die Betreiber angeben, dass die Planungen bereits seit 1999 laufen, bestand hinreichend Zeit und Gelegenheit die erforderlichen Daten zu ermitteln.

Eine mobile Wetterstation vereidigter Meteorologen kann zu geringen Kosten gemietet werden.

Den Wetterdaten aus Oberstdorf fehlt zum Standort der geplanten Anlage genauso ein Bezug wie den 20 km flussabwärts in Kempten ermittelten Daten der Durchflussmenge der Iller und den in Kempten Westend Straße ermittelten Werten der Luftbelastung am Standort. Die Ermittlung der Daten im Genehmigungsantrag ist in hohem Maße schlampig. Nach dem Versäumnis Daten am Standort zu messen, wurden einfach irgendwelche Daten ohne Bezug zum Standort verwendet

(Anlage 19, 19 a, 19 b).

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V.“

17. Grundsätzlich sind die Klärwerkstechnik wie auch die Verbrennungstechnik längst bekannt. Die Kombination von „2 x alt" macht scheinbar „1 x neu" und berechtigt offenbar zu einer staatlich subventionierten Pilotanlage. Was berechtigt eigentlich dazu, daß die Anlage im Bezug auf die

Förderfähigkeit (Entsorgung von Klärschlamm) erheblich überdimensioniert ist.

Das riecht nach einer großen Mogelpackung!

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG
 

Thema - Förderfähigkeit:

Natürlich sind sowohl die Altholzverbrennung in einem Kraftwerk als auch die Vergasung von Biomasse bisher bereits bekannte Verfahren. Das ist aus Gründen der Betriebssicherheit auch gut so. Das neue an unserem Verfahren ist tatsächlich, daß diese Kombination für die Entsorgung des Klärschlammes und die Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt wird.

Neu ist auch, daß die Energie des Altholzes zur Trocknung des Klärschlammes herangezogen wird. Und das ist nebenbei auch positiv für das Klima, da keine fossilen Brennstoffe zur Trocknung eingesetzt werden.

Zitat Staatssekretär Herr Baake in der Pressemitteilung vom 29. August 2002:

„Dieses Vorhaben bringt dem Umweltschutz einen doppelten Gewinn. Es leistet einen wirkungsvollen Beitrag zum Schutz des Klimas, da rund 27.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Zugleich wird der Boden besser geschützt und ein Beispiel für eine zukunftsfähige energetische Nutzung von Klärschlamm aufgezeigt."

Diese Kombination war dem Umweltbundesamt und dem Umweltministerium diese hohe Förderung wert.

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V.“

Das einzig Neue und wirklich vom Betreiber auch von uns anerkannt „clevere“ ist die maximale wirtschaftliche Ausnutzung der Energieeinspeisung.

Denn hier wird der Steuerzahler neben der Grundförderung ein zweites Mal zur Kasse gebeten.

Begründung:

Der Klärschlamm brennt bereits ab einer Restfeuchte von ca. 55 % autark ab (Anlage 24). Alternativ könnte er mit einer Restfeuchte von ca. 10-15% auch autark, also ohne Altholz, vergast werden. Die hieraus gewonnene Energie wird aber nach derzeitiger Gesetzeslage nur mit eine Einspeisevergütung von ca. 2,6 ct /KW (elektrisch) gefördert. Der „clevere“ Betreiber leitet dieses Synthesegas aus der Klärschlammvergasung, welches ohne Probleme bereits motorisch zu einer Kraftwärmekoppelung und damit auch zur Stromgewinnung  herangezogen werden kann, nochmals in die Brennkammer des Biomasseheizkraftwerkes ein. Hierdurch kann mit einer Energieeinspeisungsvergütung von ca. 9,6 ct/KW (elektrisch) gerechnet werden.  Kaufmännisch hat der Betreiber somit einen zweifachen Vorteil. Ererspartsich eine teure Rauchgasabreinigung, da diese bereits für das Biomassekraftwerk benötigt wird und kann mit einer ca. 3,7-fachen Einspeisevergütung kalkulieren.

Der Steuerzahler muss jetzt jährlich für 20 Jahre eine Mehrung von ca. € 120.000,- an Einspeisevergütung bezahlen (Strompreis), obwohl der Ausgangsbrennstoff keine Biomasse sondern Klärschlamm ist.

Dem Umweltministerium war im Jahr 2002 offensichtlich noch nicht die jetzige Planung der Altholzverbrennungsanlage bekannt. Lt. Schreiben von Staatssekretär Rainer Baake (BMU) vom 12.9.2003 ist der Widerruf der Förderung angewiesen (Anlage 20).

Das Land Bayern hat bereits eine Förderung der Anlage abgelehnt, weil nicht die gesamte Anlage innovativ ist (Anlage 21) .

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V.“

 

18. Für diese ca. 6 Millionen Euro Subventionen könnte man eine wirklich zukunftsweisende Pilotanlage zur Weiterverwendung von Klärschlamm (Dieselöl, Aktivkohle etc.) bauen.

Bereits aus den Zinsen der Subvention könnte man einen solargetrockneten Klärschlamm jahrzehntelang ökologisch sinnvoll entsorgen.

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG

 

Thema - Zukunftsweisende Pilotenanlagen:

Die angesprochenen Pilottechniken sind allesamt noch nicht ausgereift (siehe Punkt 4). Die Herstellung von Aktivkohle aus Biomasse ist nach Aussage des bekannten Fraunhofer-lnstituts verfahrenstechnisch nicht sinnvoll. Der Grund ist der, dass Aktivkohle eine gewisse Menge an stützendem, sogenanntem fixierten Kohlenstoff benötigt, der im Klärschlamm gar nicht vorhanden ist. Des weiteren hat die Erfahrung gezeigt, dass Produkte aus Klärschlamm am Markt keine Akzeptanz besitzen und damit nicht vermarktungsfähig sind. Zudem ist damit das Problem der Schwermetallbelastung des Klärschlammes auf keinen Fall gelöst. Diese finden sich in der daraus hergestellten Aktivkohle genauso wieder und verhindern so den Einsatz der Kohle zum Beispiel in der Trinkwasseraufbereitung nachhaltig. Solartrocknungsanlagen für Klärschlamm benötigen sehr große Flächen und sind daher für große Kläranlagen, wie etwa die des AOI nicht sinnvoll.

Konkret: Der AOI würde eine überdachte Trocknungsfläche von wenigstens einem Hektar benötigen. Zudem entweicht die beladene Abluft aus diesen Systemen bisher völlig ungereinigt in die Umwelt und wird daher in der Fachwelt sehr kritisch betrachtet. Außerdem: Eine Trocknung des Klärschlammes allein, stellt noch keine Lösung zur Entsorgung dar.

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V.“

 

Die geplante Anlage der Betreibergesellschaft beruht nur auf theoretischen Überlegungen, es liegen keine eigenen praktischen Erfahrungen vor (Pilotanlage). Andere Gemeinden und Abwasserverbände teilen nicht die Auffassung der Betreiber, dass die Errichtung einer großen Altholzverbrennungsanlage die einzig ökonomisch und ökologisch vertretbare Lösung des Klärschlammproblems ist.

Selbstverständlich werfen auch die Lösungsansätze anderer Pilotprojekte spezifische Problem auf,

die zu lösen sind. Völlig sinnlos ist das Entsorgungskonzept des Biomasse Heizkraftwerks Thanners.

Die auf der Kläranlage anfallenden 10.000 t Klärschlamm werden zwar verarbeitet, es bleiben aber durch die Verbrennung riesiger Holzmengen selbst nach Angaben der Betreiber 8.950 t zum Teil hochgiftige Aschenrückstände durch den Betrieb der Anlage übrig ( Anlage 27).

Selbst die bloße Trocknung des Klärschlamms würde das Transportproblem des produzierten Klärschlamms ökonomisch und ökologisch effizienter lösen. Die in die Umgebung verteilten Schwermetalle durch Verbrennung belasteten Altholzes wiegen schwerer als das im sehr gering belasteten Klärschlamm unserer Region enthaltene Schadstoffpotenzial.

 

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V.“

 

19. In Kempten wird das Biomasse-Heizkraftwerk seinem Namen gerecht. Hier wird tatsächlich Biomasse verbrannt und damit Strom und Wärme erzeugt und letzteres bei 21 km Femwärme-Netz auch vernünftig ausgenutzt. Damit werden die zur Neige gehenden fossilen Energieträger geschont.

 

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG

 

Thema - Anlage in Kempten 1:

Das Biomasseheizkraftwerk des ZAK in Kempten wird, wie unsere Anlage auch, seinem Namen gerecht. In dieser wie auch in unserer Anlage werden die Altholzklassen l - IV nach Biomasseverordnung eingesetzt. Hier wie dort sind Eisenbahnschwellen und Leitungsmasten ausgenommen. Wir werden, im Gegensatz zu Kempten, die Abwärme jedoch primär dazu nutzen, das Abwasser der Kläranlage des AOI um etwa 3 - 5 °C zu erwärmen. Dadurch wird sich die Reinigungsleistung der Kläranlage verbessern. Zusätzlich ist unser Kraftwerk im Gegensatz zu Kempten, nicht wärmegeführt. Das bedeutet, daß mehr wertvolle elektrische Energie erzeugt werden kann.

 

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V.“

 

Das Holzheizkraftwerk in Kempten führt nicht den Schadstofffreiheit vortäuschenden Namen "Biomasse-Heizkraftwerk".

Es ist zutreffend, dass dort Altholz der Klasse I bis IV verbrannt wird. Aus eigener Verpflichtung des ZAK wird das Altholz jedoch nur im Verhältnis 50% : 50% mit Waldhackschnitzeln eingesetzt. Auf die Verbrennung von Eisenbahnschwellen und Leitungsmasten wird freiwillig verzichtet.

Die Altholzklasse IV beinhaltet nach der gesetzlichen Definition ausdrücklich sowohl Bahnschwellen als auch Leitungsmasten ( Anlage 28). Freiwillige Beschränkungen der Betreiber oder privatrechtliche Vereinbarungen mit der juristisch leicht austauschbaren Betreiberfirma geben angesichts eines knappen Altholzmarktes keine Gewähr dafür, dass diese zur Genehmigung beantragten Bestandteile der Altholzklasse IV künftig in der Anlage nicht verbrannt werden.

Die Kemptener Lösung, 8.400 Haushalte mit Wärme zu versorgen ( Anlage 34), gefällt uns besser als ein ungenutztes Heizkraftwerk auf der grünen Wiese, dessen Abwärme einzig dazu dienen soll sich selbst und die Kläranlage zu beheizen, die auch ohne diese Heizanlage ein "hervorragendes Klärergebnis" erzielt ( Anlage 15).

Die Sinnhaftigkeit der vom Betreiber beabsichtigten Wärmeabgabe an das Klärwerk stellen wir grundsätzlich in Frage. Konkret bleiben Fragen offen wie:

·Kann es Auswirkungen auf die teilweise explosionsartige Bildung von Schwimmschlamm geben?

·Was passiert, wenn sich bestimmte biologische Prozesse auf z.B. über 25 C erwärmen?

·Entsteht hierbei eine Trägheit gewisser Arbeitsbakterien oder bilden sich nicht gewünschte Bakterien wie z.B. Fadenbakterien?

Es wurden weder Laborversuche noch großtechnische Untersuchungen durchgeführt.

 

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V.“

 

20. Die geplante Anlage ist über zehn Prozent größer (!) als die bestehende Anlage in Kempten.

Hier aber sorgt man sich schon heute um den erforderlichen Brennstoff. Der weitere Wettbewerb führt dazu, das Einzugsgebiet auf über 120 km Umkreis auszuweiten, wodurch die Kosten für den Bezug von Brennholz auch für das Kemptener Werk erhöht werden. Diese Mehrkosten können aber nicht auf die Fernwärmeabnehmer umgelegt werden. Sie können nur als Müllerhöhungsgebühr im ZAK-Gebiet zu Buche schlagen.

Letztendlich zahlt also auch hier der Bürger die Rechnung!

 

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG

 

Thema - Anlage in Kempten 2:

In der Tat wird unsere Anlage etwas größer als das Biomasseheizkraftwerk des ZAK.

Altholz wurde inzwischen, wie vom Gesetzgeber ausdrücklich gewollt, ein Wirtschaftsgut, das im Marktwettbewerb steht. Durch die Aktivitäten unseres Gesellschafters, der Fa. Geiger, konnten wir unsere Altholzversorgung langfristig sichern. Der Wettbewerb wird auch dafür sorgen, daß Altholz nicht unbegrenzt durch ganz Deutschland gefahren wird, weil nämlich inzwischen an zahlreichen Standorten Biomasse- HKWs entstanden sind. Die von uns angegebene Maximalentfernung von ca. 100 km ergibt sich daraus, daß bereits in Ulm und in Großaltingen Biomasse-HKWs gebaut sind, die ihrerseits wiederum Altholz benötigen. Was die wirtschaftliche Kalkulation des ZAK angeht, können wir naturgemäß wenig beitragen. Es ist aber in der Tat so, daß das Wirtschaftsgut Altholz inzwischen für die Kraftwerke einen Wert als Brennstoff darstellt, der mit Marktpreisen (siehe Punkt 7) zu bezahlen ist. Der Effekt ist unter anderem der, daß der Altholzanlieferer (=Abfallerzeuger) für seinen Abfall deutlich weniger bezahlen muß.

 

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V.“

 

Der ZAK ist bei einer Konkurrenzsituation in Sorge den erforderlichen Brennstoff (Altholz) zu erhalten. Dies können Sie aus erster Hand beim ZAK selbst erfahren. Das Holzheizkraftwerk des ZAK finanzieren wir alle durch unsere Müllgebühren. Wir befürchten, dass wir die Zeche für diese absehbare Konkurrenzsituation bezahlen müssen. Das lokal anfallende Altholz gehört in unseren Augen allein in das öffentliche, bereits vorhandene Holzheizkraftwerk Kempten.

In Ulm geht in Kürze ein Holzheizkraftwerk mit einer Kapazität vom ca. 140.000 t/a in Betrieb. Alle anfallenden Althölzer nördlich von Memmingen können ökologisch sinnvoller in Ulm untergebracht werden. Südlich von Memmingen entstehende Altholzvolumen sind in Kempten beim ZAK unterzubringen. Eine Notwendigkeit für ein zusätzliches Altholzheizkraftwerk in Thanners besteht nicht. Es besteht im Gegenteilein Altholzmangel in Bayern und Baden-Württemberg (Anlage 11, Anlage 22 / Seite 4). Der Umkreis zur Altholzbeschaffung kann nicht nur 100 km weit gezogen werden, weil Altholz aus dem Beschaffungsumkreis der anderen Verbrennungsanlagen entzogen wird. Die Überlappung mit den Beschaffungsgebieten der bestehenden konkurrierenden Anlagen ist zu groß.

Der lokale Altholzmarkt ist durch die bestehenden Altholzverbrennungsanlagen rechnerisch und praktisch erschöpft, vgl. Punkt 10.

Es ist ökologischer Unsinn, Altholz aus der Ulmer Aufbereitungsanlage der Fa. Geiger nach Thanners zu fahren statt esvor Ort in Ulmzu verbrennen.

 

Argumente der „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V.“

 

21. Ein Urlaubsdomizil soll jetzt Versuchskaninchen werden! Das Tor zum

touristisch höchstsensiblen Oberallqäu wird durch einen 24-Stunden andauernden Rauch- und Schadstoffausstoß eingenebelt. Wie passen eigentlich Luftkurort und Schadstoffausstoß von

ca. 50.000 m3/h zusammen? Wer kann hier eigentlich Restrisiken für die Auswirkungen auf den Tourismus übernehmen?

Die Firma Wilhelm Geiger GmbH & Co. KG ? Der AOI? Die verantwortlichen Politiker etwa?

 

Darstellung der Betreibergesellschaft Illertaler Biomasse Betriebs GmbH & CoKG

 

Thema - Versuchskaninchen:

Durch die moderne und zukunftsweisende Verfahrenstechnik, die der Staat mit sehr viel Geld unterstützt, hat das gesamte Allgäu die einzigartige Chance, sein Profil als Region moderner Umwelttechnik, der Innovation und der Kombination aus Tradition und Fortschritt zu schärfen und damit moderne Arbeitsplätze zu schaffen. Ein Verharren einer ganzen Region in einer Art großem Museum halten wir für nicht richtig.

Thema - Rauch- und Schadstoffausstoß:

Wir werden keinen Rauch ausstoßen. Der Schadstoffausstoß beträgt nicht 50.000 m3 pro Stunde sondern liegt deutlich unter den vorgeschriebenen, sehr scharfen Werten der entsprechenden 17. Bundesimmissionsschutzverordnung.

Ein „Einnebeln" findet nicht statt.

Thema - Wirkung auf den Tourismus:

Wir gehen davon aus, dass die Anlage eine Wirkung auf den Tourismus haben wird. Durch die moderne, wegweisende und umweltfreundliche Verfahrensweise wird viel Fachpublikum aus der ganzen Republik und dem Ausland den Weg ins Allgäu finden. Negative Wirkungen wird es nicht geben. Bedenken Sie etwa, daß auch die Kläranlage des AOI, die um ein Vielfaches größer ist und einen 28 m hohen Turm aufweist bisher keine negative Wirkungen auf den Tourismus hatte.

 

Stellungnahme in 09/2003 „Aktion gesunde Umwelt Illertal e.V.“

 

Speziell die vom Betreiber genannte Wirkung auf den Tourismus ist lächerlich.

Der AOI sollte an vorderster Front mithelfen, diesem Schadstofftourismus und der unsinnigen Anlage ein schnelles Ende zu bereiten.

Aktion Gesunde Umwelt Illertal e.v. - eMail: info@gesunde-umwelt-illertal.de